Verrückte Polymere

Gepostet am Apr 29, 2013 | Keine Kommentare


Im April wurden von den begeisterten Jung-Chemikern des ChemCamps verschiedene Polymere des täglichen Lebens hergestellt. Außerdem wurde eine fotosensitive Folie hergestellt, die unter Lichteinwirkung ihre Farbe ändert.

 

 

 

 

Kupferkunstseide – Ein halbsynthetischer Kunststoff.

Cupro

Die Kupfer(kunst)seide-Industrie war lange Zeit sehr erfolgreich wurde jedoch mit der Entwicklung vollsynthetischer Kunststoffe abgelöst, da sie nicht mehr konkurrenzfähig war. Dennoch werden heutzutage auch noch Kupferseide-Fasern wie „Rayon“ oder „Cupro“ verwendet um daraus Textilien herzustellen.Um Kupferkunstseide zu erhalten stellt man zuerst ein sog. Schweizer Reagenz bestehend aus Kupfersulfat, Wasser, Ammoniak, Natronlauge und einem Stück Watte her Bei langsamen Hinzuspritzen in eine Schwefelsaure Lösung entstehen dicke, blaue Fäden die sich mit der Zeit entfärben.

Nylon – Nur ein Synonym für „Strümpfe“?

CC02_Polymere 012

Ganz und gar nicht! Nylon – ein Polyamid – ist ein vielfältig eingesetzter Stoff dessen Fasern in Kopfzahnbürsten, Blusen, Oberhemden, etc. Verwendung finden und nicht nur in Nylonstrümpfen. Um Nylon herzustellen polymerisiert man Adipinsäuredichlorid mit Diaminohexan. Es kommt an der Grenzfläche zu einer Polykondensation und man kann das entstehende Polyhexamethylenadipinsäureamid (Nylon) einfach mit einer Pinzette herausziehen und die entstehenden Fäden um einen Glasstab wickeln.

Schaumstoff – Ein wirtschaftlich bedeutsames Polyurethan

Schaumstoffe sind aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Sie werden vermehrt in der Automobilindustrie, im Haushalt und als Isolierungen verwendet. Schaumstoffe oder auch Polyurethane gewinnen immer mehr an Beachtung, und das nicht ohne Grund: Diese Kunststoffe sind in der Herstellung billig, weisen eine hohe Festigkeit auf und haben ein vergleichbar geringes Gewicht. Die Teilnehmer des ChemCamps haben einmal „Schamstoff aus Stärke“ und zusätzlich noch „Schaumstoff aus dem Baumarkt“ hergestellt. Um einen Schamstoff aus Stärke gewinnen zu können werden 6g Stärke mit 18ml Dimethylformamid aufgeschlämmt. Danach gibt man 15g Diisocyanat hinzu und vermischt das Ganze. Die Mischung wird nun solange erhitzt, bis die Polyaddition einsetzt, dies ist am starken Aufschäumen des Gemisches erkennbar. Nun kühlt man die Mischung langsam ab. Man kann beobachten, dass das Gemisch zu einem gelben, harten Schaumstoff im Becherglas bzw. Plastikbecher polymerisiert ist, der sich schwer bis gar nicht herauslösen lässt. CC02_Polymere 013 Die Herstellung eines Schaumstoffes aus dem Baumarkt ist ähnlich. Es findet ebenfalls eine Polyaddition statt, jedoch verwendet man als Edukte 2,5g Ethylenglycol, 0,4g Wasser, 7,5g Diisocyanat die zusammengibt und löst. Anders als bei der Schaumstoffherstellung aus Stärke wird die Reaktion nicht durch Erwärmen beschleunigt sondern durch Zugabe von 0,5g Triethyldiamin, einem Aktivator. Die verwendeten Chemikalien polymerisierten zu einem farblosen, großen Polyurethan(PU)-Schaum. Es war für alle Teilnehmer eine interessante Erfahrung Polymere einmal aus praktischer Sicht kennenzulernen und diese selbst zu synthetisieren.

Wir waren alle von den erstaunlichen Versuchen begeistert und ließen den Tag wie bei jedem unserer Treffen gemütlich im Schwabenbräu ausklingen.

Moritz Ö. ist Schüler im Gymnasium Laufen und besucht ein P-Seminar Mathe und ein W-Seminar in Wirtschaft.

Interesse für: Chemie, Physik, Wirtschaft, Mathe
Hobbies: Fußball, Kino, Weggehen ;)
Wunschausbildung: Finanzmanagement